Veranstaltungen der Senioren

Emden, eine der Reformationsstädten

Um Emden zu besuchen, mussten die Senioren des VBE Lüneburg früh aufstehen, wenn sie nicht schon am Tage vorher anreisten. Das fiel niemandem schwer, da die Sonne den Morgen-nebel bald aufgelöst hatte.
Zur Zeit der Reformation war Emden der größte Seehafen Europas und der westlichste an der Küste Deutschlands. Das erkennt man heute noch bei einer Hafenrundfahrt auf dem großen Binnenhafen mit 4 Schleusen und den Docks der Werften. Schiffe werden hier nicht mehr gebaut, höchstens noch repariert. Heute sind die Hauptumschlagsprodukte Kraftfahrzeuge, Forstprodukte und in zunehmendem Maße Windenergieanlagen.
Die Stadt Emden kann auf eine Geschichte zurückblicken, die bis zur Antike zurückreicht. "Amuthon" nannten die römischen Eroberer den kleinen Ort an einem windgeschützten Arm der Ems. Im 16. Jahrhundert erlebte Emden eine kulturelle und wirtschaftliche Blütezeit. Sie gehörte neben Genf und Wittenberg zu den einflussreichsten Stätten der Reformation. Grund dafür war die Bedeutung der Stadt während des spanisch- niederländischen Krieges (1568-1648), denn Emden wurde zum Zufluchtsort von Tausenden von Glaubensflüchtlingen aus den benachbarten Niederlanden und aus Frankreich.
Aus diesem Grunde zeigt die Kunsthalle die Ausstellung „Your Story“, die auf Flucht und Migra-tion vom 20. Jahrhundert bis heute blickt. In der Sammlung sind die Exilkünstler Beckmann, Katz und Scharl vertreten, die in den 1930er Jahren Deutschland verlassen mussten. Aber auch zeitgenössische Künstler, die sich mit dem Thema politischer und religiöser Migration auseinan-der setzen, wurden uns eindrucksvoll erkläutert.


Nach diesen besinnlichen Bildern wurde die Gruppe sehr lebhaft bei der Betrachtung des zweiten Teils der Führung über „Das Auto in der Kunst“. Keine technische Erfindung hat die Kunst so nachhaltig und vielfältig beeinflusst wie das Auto. Namhafte Künstler des 20. und 21. Jahrhundert haben sich mit der individuellen Mobilität auseinandergesetzt. Lebhafte Gespäche frischten alte Erinnerungen und Erlebnisse mit dem eigenen Auto auf


Lebhafte Gespräche fanden bereits im Restaurant „Feuerschiff“ statt, wo wir köstlich bewirtet wurden. Die setzten sich dann zum Abschluss bei einer Tasse Kaffee fort.
Wohin der nächste Ausflug uns führen wird, wurde lebhaft diskutiert, aber noch nicht festgelegt.
(Ursel Darnedde)


Ausflug der Senioren in den Schnoor nach Bremen

Eigentlich hatten wir Ende April auf einen sonnigen Frühlingstag für den Ausflug nach Bremen gehofft. Dass die Sonne die grauen Wolken nur zeitweise durchbrechen konnte, störte zum Glück nicht. Denn die Senioren trafen sich im geschichtsträchtigen Restaurant „Kleiner Olymp“. Dieses Haus besteht seit 1710 und hatte eine wechselvolle Geschichte.
Zunächst bewohnten es die Aufseher der auf dem Wall befindlichen Bastion. Später kaufte es ein Schiffskapitän. Seit 1874 wurde 60 Jahre lang Senf und Essig darin hergestellt. Gut für uns war, dass seit den 60ern ein Restaurant etabliert wurde. Wir genossen das sehr gemütliche Ambiente und besonders die lecker zubereiteten und ansprechend angerichteten Speisen

Es gefiel allen, die Zeit bis zum Beginn der Veranstaltung im „Geschichtenhaus“ hier in gemütlicher Umgebung zu verbringen.
Nach einem Spaziergang durch die Gassen des Schnoor begrüßte uns ein „Knecht“, der über die schlechte Bezahlung klagte, und ließ uns in die Zeit des 30jährigen Krieges zurückgehen.
Gegen Ende des 30jährigen Krieges wurde Bremen von den Schweden belagert. Immer hatten sich die reichen Bremer von derartigen Unannehmlichkeiten mit Geld freikaufen können. Aber nun reichte das vorhandene Geld nicht mehr. Man holte sich Hilfe aus dem Oldenburgischen. Aber die wollten ebenfalls Geld. Die Bremer waren einfallsreich, vielleicht auch „schlitzohrig“. Durch Spenden und Steuern gelangten sie zu dem benötigten Geld. Sie füllten die Goldtaler in ein Heringsfass und legten stinkenden Fisch obenauf. So gelang es ihnen, das Geld durch den Belagerungsgürtel zu schmuggeln.
Danach wollte uns ein Walfänger für eine Fahrt nach Island und Grönland anheuern. Bevor wir uns „einkleiden“ konnten, besuchten wir eine Kaffeestube, in der uns tatsächlich Kaffee gereicht wurde. Die Hausfrau wartete auf ihren faulen Knecht, den sie sofort verhauen wollte. Fast wären wir dem Angriff zum Opfer gefallen. Nachdem Gesche Gottfried uns von ihren verstorbenen Ehemännern berichtet hatte, trafen wir auf eine wütende Marktfrau, die über ihren wieder einmal unpünktlichen Mann klagte.

Sie war nämlich im Gericht vorgeladen wegen Körperverletzung. Das sah sie gar nicht ein. Da hatte es doch so eine „eingebildete, blasse Ziege aus Schwachhausen“ gewagt, über ihren Fisch zu schimpfen. Kurzentschlossen schlug die Marktfrau dieser „eingebildeten Dame“ den Fisch um die Ohren. Das war doch höchstens Körperverletzung für den Fisch, meinte die dralle Marktfrau, dem waren die Gräten gebrochen. Dann marschierte sie mit einem Korb voller Fische zum Gericht.
Bei leckerem Kuchen und angeregter Unterhaltung schlossen wir den unterhaltsamen Tag ab.
In der 2. Oktoberhälfte wird ein Treffen in Emden in der Kunsthalle geplant.

Ursel Darnedde

VBE Senioren erkunden Kunst & Geschichte in Oldenburg

Lehrer gelten ja allgemein als Kulturhungrige, Weltenbummler und Schatzsucher bez. auch Schatzsammler. So trafen sich 19 Lehrer aus dem Bez. Lüneburg am 15. Juni 2016 bei strahlendem Sonnenschein vor dem Schloss in Oldenburg, um zunächst „Kunst und Kultur für Geist und Gaumen“ zu genießen. Das Landesmuseum zeigte den Exodus-Zyklus von Marc Chagall. In den 24 Farb-Lithografien stellt Marc Chagall den Auszug der Juden aus Ägypten und alle nachfolgenden Ereignisse, wie sie im Buch „Exodus“ im Alten Testament beschrieben werden, dar. Chagall zeigt in beeindruckender Weise die Rettung versklavter und rechtloser Menschen aus Gewalt, Bedrohung und Erniedrigung. Diese Bilder auf Situationen vor mehreren 1000 Jahren bezogen, im vorigen Jahrhundert erdacht, treffen auf die heutigen Themen wie Flucht, Migration und Suche nach Heimat in einer globalisierten Welt.
Bei der „Kunst für den Gaumen“ in Form von Kaffee und Flammkuchen ergaben sich Gespräche über die Zeitlosigkeiten der Aussage der Chagall-Lithographien, dass die Geschichte sich wiederholt und der Mensch leider nichts aus der Geschichte lernt.
Nach einer kurzen Pause, trafen wir unsere sehr engagierte Stadtführerin. Mit ihr wandelten wir auf den Spuren früherer Grafen, Herzöge und Großherzöge. Im Jahre 1108 wurde Oldenburg erstmals erwähnt und durchlebte französische, dänische, sogar russische Zeiten bis sie schließlich die Hauptstadt des Freistaates Oldenburg wurde. Den Grafen Anton Günther verehrte unsere Stadtführerin besonders, weil er Oldenburg weiter ausgebaut, die wirtschaftliche Position gestärkt und sie weitestgehend aus dem Dreißigjährigen Krieg herausgehalten hatte. Nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht war Graf Anton Günther geschickt. Gegen den Protest der Bremer führte er einen Weserzoll ein. Daneben etablierte er die Pferdezucht im Oldenburger Land. Sein Lieblingspferd, ein Apfelschimmel mit langer glänzender Mähne konnten wir auf einem Wandfresko bewundern. Die Stadtführerin hatte es nicht einfach: Sie wäre gerne mit uns durch den Schlosspark spaziert. Das war aber wegen des plötzlichen Gewitters und anschließenden Regenwetters nicht möglich. Sie bemühte sich, uns die Erklärungen an regengeschützten Plätzen zu geben.
In der interessanten um 1200 erbauten St.Lamberti-Kirche saßen wir im Trockenen und erfuhren von den zahlreichen Umbauten dieser Kirche, die nun in einem runden Kirchenschiff endeten mit einem Kreuz, das in der Mitte hängt und je nach Sonneneinfall in unterschiedlichen Farben leuchtet. Neben Grafen und Herzögen gab es weitere für Gesellschaft und Kultur wichtige Persönlichkeiten. Helene Lange, geb. 1848 – natürlich mutige Lehrerin!!! – kämpfte für die Bildung und Gleichberechtigung der Frauen. Wilhelm-Heinrich Schüßler war Begründer der Biochemischen Heilweise und entwickelte die Schüßler-Salze. Und allen ist wohl der Künstler Horst Janssen bekannt, dem ein ganzes Museum gewidmet ist.
Endlich traute die Sonne sich wieder hervor, und wir konnten viele klassizistische Bauten in ihrer Pracht bewundern und was sich sonst noch Sehenswertes in Gässchen und hinter Mauern versteckte. Auch den Abschiedskaffee, in der Sonne genossen, schmeckte besonders gut.
Text und Bild: Ursel Darnedde

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